
Aller Anfang ist schwer, nicht nur das Verfassen der ersten Zeilen meines Blogs.
Als ich vor etwa 2 Jahren begann über gluten- und caseinfreie Ernährung zu lesen, konnte ich mir noch nicht vorstellen, eines Tages auf mein geliebtes Frühstücksbrötchen mit Butter und Marmelade und den Milchkaffee zu verzichten.
Heute, anderthalb Jahre nach der strikten Umstellung auf die gluten- und kuhmilcheiweißfreie Ernährung vermisse ich den Gang zum Bäcker um die Ecke nur noch selten, und wenn, dann nur weil ich generell gern in kleinen Geschäften mit persönlichen Kontakten einkaufe. Und natürlich ist es auch bequem, den Kindern schnell mal eine frische Brezel vom Bäcker in die Hand zu drücken. Und die Schokocroissants waren auch göttlich...
Wir, mein Mann und ich, haben uns im Sommer 2007 entschlossen, den Speiseplan unserer ganzen Familie umzustellen, als wir erfahren haben, dass wir damit unserer Tochter vielleicht helfen könnten. Und wir haben es nie bereut. Es hat geholfen.
Für Marie anders zu kochen als für uns kam nie in Frage, denn die Umstellung auf gfcf-freie Ernährung ist einem fünfjährigen Kind nicht leicht zu erklären. Marie sollte sich zumindest zuhause sicher fühlen.
Aller Anfang ist schwer, vielleicht geht es Dir, liebe Leserin, lieber Leser in diesem Augenblick so wie mir damals. Vielleicht hast Du „glutenfrei“ gegoogelt und bist hier gelandet. Genau richtig!
Der Duft von frisch gebackenem Brot – unwiderstehlich, oder? Ich habe für mein Leben gern Kakao getrunken, natürlich mit Milch. Und Kuchen gegessen – täglich. Käsekuchen, Biskuitrolle mit viel Sahne, Marmorkuchen. Oder Pizza oder Penne Arrabiata zum Tatort am Sonntagabend.
Marie hat von Kakao, Nudeln und Brötchen mit Wurst gelebt.
Natürlich müssen wir als Familie auf manche Genüsse komplett verzichten, aber für viele Speisen und Getränke gibt es wunderbare gluten- und kuhmilchfreie Alternativen. Und im Laufe der Zeit habe ich kulinarische Entdeckungen gemacht, die eine wirkliche Bereicherung bedeuten und die ich ohne die Ernährungsumstellung so nicht oder erst viel später für mich und meine Familie entdeckt hätte.
Ich habe in den letzten zwei Jahren viel Zeit und Mühe in die Entwicklung neuer, gesunder und vor allem leckerer gluten- und kuhmilcheiweißfreier Rezepte gesteckt, um meine Familie und meine Tochter im Besonderen nichts vermissen zu lassen. Meine Erfahrungen mit der Ernährungsumstellung und vor allem meine Rezepte möchte ich gerne in diesem Blog weitergeben und zu Kommentaren, Anregungen und Kritik auffordern.
Und wenn Du wirklich gerade eine bröselige, trockene und nach nichts schmeckende Scheibe glutenfreies Brot aus einer Plastikverpackung ziehst, dann empfehle ich als erstes Rezept mein Buchweizenbrot.
Ein köstlich duftendes, glutenfreies, kuhmilchfreies, soja- und nussfreies Brot für jeden Tag.
Alle Zutaten sind im Bioladen, Reformhaus oder über glutenfreie Lebensmittel-Shops im Internet erhältlich.
Buchweizenbrot
Hinweis: alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben!
200g Vollkorn-Reismehl
100g Buchweizenmehl
50g Buchweizenflocken
50g Tapiokastärke (gibt’s im Asialaden, Kartoffelstärke als Ersatz verwenden)
2 EL Kichererbsenmehl
2 TL Guarkernmehl
1 Päckchen Trockenhefe
1 EL Rohrohrzucker
1 ½ Tl feines Meersalz
evtl. ½ TL Brotgewürz (Kümmel, Fenchel und Koriander gemahlen, gibt´s als fertige Mischung)
300ml handwarmes Wasser
1 TL Apfelessig oder Zitronensaft
1 Ei (Größe L), leicht verschlagen
1 EL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)
2 EL Buchweizenflocken, zum Bestreuen
Den Backofen auf 230°C vorheizen und ein hitzebeständiges Gefäß mit Wasser in den Ofen Stellen. Das verhindert das Austrocknen des Teiges und bewirkt eine schönere Brotkruste.
Eine Kastenform gut einfetten oder besser noch mit Backpapier auslegen.
Alle Zutaten (außer den Buchweizenflocken zum Bestreuen) in einer Rührschüssel mit dem Handrührgerät gut verrühren.
Der Teig ist nicht gut per Hand zu kneten und geht auch nicht so stark auf wie ein Hefeteig mit Gluten.
Teig in die Form füllen, mit einem Tuch abdecken und in der Form etwa 75 bis 90 Minuten an einem warmen und zugfreien Ort gehen lassen.
Das Brot vor dem Backen auf der Oberfläche mehrmals leicht einschneiden, dann mit Buchweizenflocken bestreuen und Flocken leicht andrücken.
Die Form in den vorgeheizten Ofen schieben und die Temperatur auf 200°C herunterschalten. Das Brot 40 bis 50 Minuten backen und nach dem Backen aus der Form nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.
Alternativ den Teig mit einer Brotmaschine auf Programm „Teig“ (ohne Backen) zubereiten. Dann entfällt natürlich die Zeit zum Gehen – das erledigt die Maschine.
Dann umfüllen in Kastenform und sofort in den vorgeheizten Ofen schieben.
Ich danke dir, dass du für so viele Menschen als Vorreiterin dienst und uns deine köstlichen Rezepte zur Verfügung stellst.
AntwortenLöschenVerena
Es gibt sicher viele gfcf-Anfänger die ziemlich viele missglückte Versuche Starten mit Brot und Kekse usw. Nicht so bei mir, denn ich habe gott sei dank gleich Deinen Blog entdeckt:)
AntwortenLöschenJuli
Liebe Stephanie!
AntwortenLöschenSuper Rezepte. Da meine bessere Hälfte schon sehr leidet unter so mancher Entsagung, bin auch ich immer bemüht, das ganze so lecker wie möglich zu gestalten... Und da kommen mir deine Tipps und Rezepte sehr gelegen.
Bin schon auf die Neuheiten gespannt.
Herzliche Grüße.