lecker ∙ glutenfrei ∙ kuhmilchfrei ∙ gesund ∙ saisonal

Rezepte, Fotos und Gedanken aus meiner Küche.









Dienstag, 28. April 2009

Zucchini-Schafskäse-Küchlein




Herzhaft, leicht, kohlenhydratarm und bestens geeignet für ein Picknick am 1. Mai.

Das Originalrezept für die Zucchini-Schafskäse-Küchlein stammt von Theresa Schöttl und ist in dem Buch „Das neue große LOGI-Kochbuch“ von Franca Mangiameli und Heike Lemberger veröffentlicht worden. Ich habe es nur leicht modifiziert und statt Magerquark Schafsquark und statt Haferkleie Quinoaflocken genommen.

Besonders gut passen die Küchlein zu einem kleinen Tomatensalat.


Zucchini-Schafskäse-Küchlein

1 kleine rote Zwiebel
300g Zucchini
8 schwarze Oliven
8 getrocknete Tomaten (nicht in Öl eingelegt)
70g Feta
3 Eier
1 EL Olivenöl
125g Schafsquark
50g gemahlene Mandeln
50g Quinoaflocken
1 TL Backpulver
Salz
Pfeffer
frisches Basilikum

Den Ofen auf 160°C Umluft vorheizen.
Papierbackförmchen in die Vertiefungen des Muffinblechs setzen.

Die Zwiebel abziehen und in ganz feine Würfelchen schneiden.
Die Zucchini waschen und putzen, die Enden abschneiden und 300g fein raspeln. Zucchiniraspel in ein Sieb geben und ausdrücken.
Die Oliven entsteinen und zusammen mit den getrockneten Tomaten in feine Streifen schneiden. Ein paar Blätter frisches Basilikum waschen und ebenfalls in Streifen schneiden.

Ausgedrückte Zucchiniraspel, Tomaten, Oliven, Zwiebeln und Basilikum mischen und mit Salz (nach Geschmack, ich habe etwa 1 gestrichenen TL Salz genommen) und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

Den Feta in kleine Würfel schneiden.
Die Eier trennen.
Die Eigelbe mit dem Olivenöl und dem Schafsquark verschlagen.
Mit Mandeln, Quinoaflocken und Backpulver zu einem glatten Teig verrühren.
Die Zucchinimischung und den Feta unterheben.
Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterziehen.

Den Teig in die Papierförmchen füllen.
Im vorgeheizten Ofen etwa 25-30 Minuten backen, bis die Küchlein schön gebräunt sind.

Samstag, 11. April 2009

Osterlamm



Frohe Ostern!

Ostern ist, wie ich finde, das schönste Fest im Jahr.

Und dieses Jahr scheint die Natur passend zum Fest nach dem langen und kalten Winter geradezu zu explodieren. Überall blüht und duftet es und die Sonne vertreibt wirklich jedes winterliche Grau.


Auf das Ostereiersuchen auf der grünen Gänseblümchenwiese und die strahlenden Kinderaugen freue ich mich am meisten. Ich habe sogar ein paar kleine bunte Eier und Herzchen aus gluten- und milchfreier Schokolade (Reismilch) aufgetrieben, die der Osterhase verteilen soll.

Am schönsten ist das Osterfrühstück. Der Tisch ist dekoriert mit Osterglocken, bunten Eiern, denen kleine Hasen-Eierwärmer übergezogen werden, und natürlich dem Osterlamm. Ein gebackenes Osterlamm gehört für mich seit meiner Kindheit unbedingt auf den Frühstückstisch am Ostermorgen.
Eigentlich zwei, denn eins essen wir gleich und das andere überlebt den Sonntag meistens noch unversehrt und wird dann erst am Ostermontag geschlachtet.



In manchen Jahren haben wir das eine Lamm nur mit Puderzucker bestäubt und das andere mit Schokoladenguss überzogen, aber die Puderzuckervariante hat sich im Laufe der Zeit eindeutig durchgesetzt. Weiß und luftig leicht passt einfach besser zu Ostern. Und hier muss ich natürlich auch mal eine Ausnahme machen und Puderzucker aus weißem, raffiniertem Zucker verwenden.

Mein erster glutenfreier Versuch eines Osterlamms im vergangenen Jahr ist während des Backens aus der Form gelaufen und auf dem Backofenboden verbrannt. Aber da ich ungern von liebgewonnenen Gewohnheiten ablasse (zu denen das Osterlamm zum Frühstück auf jeden Fall zählt), habe ich so lange experimentiert, bis ich wirklich zufrieden war.

Osterlamm

Der Teig reicht für 2 Lammformen

175g Margarine
200g Rohrohrzucker
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
4 große Eier
Abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone

150g Reismehl (weiß)
60g Kartoffelstärke
40g Tapiokastärke (Asialaden)
1 TL Guarkernmehl
1 ½ TL Backpulver

Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

Die Lammformen gut einfetten und zusammenstecken.

Die Margarine mit dem Rohrohrzucker und dem Vanillezucker mit dem Handrührgerät cremig rühren. Nach und nach die Eier dazugeben und so lange schlagen, bis eine schaumige Masse entsteht. Die Zitronenschale ebenfalls unterrühren.

In einer zweiten Schüssel das Reismehl und die Stärke mit dem Backpulver und Guarkernmehl mischen. Die Mehlmischung unter die Teigmasse rühren. Vorsicht, der Teig darf jetzt nicht mehr zu lang und kräftig gerührt werden.

Sollte der Teig jetzt eine zu feste Konsistenz haben, eventuell noch 2 EL Mineralwasser dazugeben.

Den fertigen Teig gleichmäßig auf beide Formen verteilen und glatt streichen.

Etwa 40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen.

Die Formen nach dem Backen auf eine hitzebeständige Arbeitsfläche stellen und 10 Minuten warten, dann die Lämmer vorsichtig aus den Formen lösen. Auf ein Gitter legen und vollständig abkühlen lassen.

Den Boden der Lämmer mit einem Messer gerade schneiden, damit sie schön „liegen“.
Mit Puderzucker bestäuben.

Freitag, 10. April 2009

Kartoffelpüree, milchfrei













Kartoffelpüree könnten wir jeden Tag essen – in allen Variationen. Und Variationen gibt es viele, auch milchfreie:

Zunächst mehligkochende Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. In Salzwasser gar kochen und durch eine Kartoffelpresse drücken (alternativ zerstampfen).

Mit Olivenöl und etwas Gemüsebrühe:

Zerdrückte Kartoffeln mit heißer Gemüsebrühe und etwas gutem Olivenöl (esslöffelweise je nach Geschmack und Menge der Kartoffeln) verrühren.

Eventuell 1-2 EL Pesto (vegan) dazugeben und nur leicht mit einer Gabel unterziehen, sodass ein Marmor-Effekt entsteht. Passt gut zu Kalbsschnitzel oder Fischfilet.

Oder klein geschnittene Oliven und/oder klein gehackte getrocknete Tomaten (wenn nicht selbstgemacht, dann eingelegt in Olivenöl) unterziehen.

Mit einer Milchalternative und Ghee:

Dazu Reismilch, Kartoffelmilch („DariFree“, zu beziehen über Special Diets Europe) oder Sojamilch erwärmen und mit 1 EL Ghee unter die zerdrückten Kartoffeln rühren. Mit frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Kommt der üblichen Variante mit Milch und Butter ziemlich nah.

Kombiniert mit gedünsteten und pürierten Karotten, Pastinaken, Süßkartoffeln oder mit gedünstetem und püriertem Knollensellerie lassen sich Farbe und Geschmack variieren.

Fein wird das Püree mit gehackten frischen Kräutern wie Petersilie, Basilikum oder Majoran.

Und bunt und besonders kinderfreundlich lässt sich Kartoffelpüree mit buntem Gemüse wie Erbsen, Mais, Karottenwürfeln aufpeppen (gibt es in guter Qualität auch tiefgefroren). Dazu mögen meine Kinder Bio-Wiener, Spiegelei oder gebratene Hähnchenbruststreifen.


Ein echtes Wohlfühlessen.



Dienstag, 7. April 2009

Die GFCF-Diät. Wie beginnen?

Der Start der gluten- und kaseinfreien Diät bei Kindern mit Autismus, Entwicklungsverzögerungen oder ADHS

Zunächst sollte man sich mit der gluten- und kaseinfreien Ernährung theoretisch vertraut machen. Dazu habe ich eine Liste mit Büchern und Links rund um das Thema Ernährung allgemein und speziell die GFCF-Diät (GFCF engl.: glutenfree and caseinfree) zusammengestellt.

Bevor wir bei uns zuhause die Ernährung umgestellt haben, habe ich zwei Monate lang jede freie Minute im Internet verbracht, um zu recherchieren. Ich wollte einfach möglichst viel wissen, wollte Fehler vermeiden und meiner Tochter und unserer ganzen Familie Frust ersparen.
Ich habe gfcf-Rezepte gesammelt, danach gebacken und gekocht, vieles weggeworfen, verändert und nochmals getestet, viel zu viel Geld für Zutaten ausgegeben und am Ende ein paar passable Mahlzeiten und Snacks parat gehabt. Es konnte losgehen.

Und hier an dieser Stelle muss ich meiner Familie ein riesiges Kompliment machen: Beschwerden gab es keine, auch wenn manches objektiv betrachtet nicht besonders gut geschmeckt hat. Aber ich habe mir Mühe gegeben und täglich stundenlang in der Küche gestanden. Mein Einsatz ist honoriert worden – und im Laufe der ersten Wochen habe ich wirklich leckere Muffins, Waffeln, Pfannkuchen gebacken, die heute noch zu meinen Standards gehören, außerdem einen Frühstücksbrei kreiert, den meine Eltern seitdem täglich für sich frisch zubereiten, obwohl sie Croissants, Weizenbrötchen und Milchkaffee genießen könnten. Super Kompliment, oder?

Maries Diagnose lautet atypischer Autismus.

Nach drei Tagen Verzicht auf Milch und Gluten, außerdem Hefe, weißen Zucker, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker wie Glutamat und unter zusätzlicher Gabe verschiedener Nahrungsergänzungsmittel und probiotischer Zusätze (kontrolliert durch Ernährungsberater, Heilpraktiker, Laborwerte für Blut-, Stuhl-, und Urinuntersuchung), war unsere Tochter Marie ein anderes Kind. Das stereotype Verhalten hat sich drastisch verringert, die Aufmerksamkeit ist gestiegen, insgesamt wirkt Marie wesentlich wacher und offener. Ja, man kann sagen, Marie nimmt seit der Ernährungsumstellung an unserem Familienleben aktiv teil. Keine Therapie vorher hat einen solch sichtbaren Erfolg bei ihr erzielt.
Mich hat dann einfach der Ehrgeiz gepackt, noch mehr zu recherchieren. Und zu kochen und zu backen. Und schließlich meine Erfahrungen hier an dieser Stelle mit anderen zu teilen.

Marie ist nicht geheilt, aber ihr geht es deutlich besser. So deutlich, dass uns sogar behandelnde Schulmediziner fragen, was wir gemacht haben. Von der Diät hatten die meisten nämlich noch nie gehört!?!

Kein Gluten und keine Kuhmilch: Was soll ich meinem Kind zu essen geben?

Diese Frage haben wir uns vor zwei Jahren gestellt und Antworten gefunden.
Wir mussten viel dazulernen und machen auch heute noch kleine Fehler. Manchmal freue ich mich, ein Produkt im Supermarkt gefunden zu haben, was meiner Tochter schmecken und mir ein wenig den Alltag in der Küche erleichtern könnte, doch oft stehe ich dann zuhause in der Küche, schaue noch mal auf das Etikett und die Zutaten (was ich aus Gewohnheit glücklicherweise immer mache!) und denke, was habe ich da wieder gekauft: Versteckt inmitten einer Liste mit 15 Zutaten steht dann irgendwo Magermilchpulver oder modifizierte Stärke oder irgendetwas undefinierbares wie Hefeextrakt, hinter dem sich so ziemlich alles verstecken kann, z.B. Glutamat, was ich vermeide.
Ich ärgere mich in solchen Momenten über mich selbst. Klar, manchmal wäre es aus alter Gewohnheit schön und einfach praktisch, durch die Regalreihen im Supermarkt laufen und rechts und links zugreifen zu können, doch andererseits stehen dort Produkte, die wirklich eine ellenlange Zutatenliste aufweisen. 10 Zutaten in einem Produkt sind eindeutig zu viele!

Ich gebe die Hoffnung auch nicht auf, endlich mal wirklich leckere und vor allem sinnvolle gluten- und milchfreie Produkte im Supermarkt zu finden, doch wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich, dass dies in naher Zukunft nicht passieren wird.
Natürlich, es gibt hervorragende glutenfreie Mehlsorten in Bioqualität, einige wirklich gute Backmischungen für Kuchen und Muffins, annehmbare hefefreie Frischbrote (auch im Abo), doch erstens werde ich jedes noch so köstliche Lebensmittel, das ich oft zu mir nehme, schnell leid, zweitens schmeckt fast alles, was man selber macht, deutlich besser.

Manchmal ist es aber eben einfacher, eine Packung Kekse aufzureißen, statt sich in die Küche zu stellen, Teig zu rühren, kühl zu stellen und eine Stunde später Kekse aus krümeligem Teig zu formen oder umständlich auszustechen und in den Backofen zu schieben.
Einfacher ist das Fertigprodukt in hübsch bedruckter Packung sicherlich, doch gesünder wahrscheinlich nicht. Vom Umweltaspekt, auf den ich später noch zurückkomme, mal ganz abgesehen.

Und wenn ich an die 15 Zutaten in den glutenfreien Keksen denke, die ich meiner Tochter letzte Woche in den Kindergarten mitgeben wollte, weiß ich, dass es meine Aufgabe ist, meinem Kind etwas gesünderes zum Essen zu geben als eine Zusammenstellung einfacher (hochglykämischer) Kohlenhydrate in Form von Maisstärke und weißem Zucker, zusammengehalten durch gesättigte Fette und genießbar gemacht mithilfe künstlicher Aromen und Farbstoffe.
Ich habe also Kekse gebacken.

Backen mit glutenfreiem Mehl ist, wie ich schon öfter festgestellt habe, eine echte Herausforderung, es gibt aber noch ein weiteres kleines Problem: Kinder essen gern das, was alle anderen Kinder essen. Und meistens kommt das aus eine bunt bedruckten Verpackung mit hohem Wiedererkennungswert. Mein Glück ist es dabei, dass meine Kinder keine Marken kannten, bevor wir die Ernährung umgestellt haben. Sie waren noch relativ klein damals, im Kindergarten wurde für alle gemeinsam das Frühstück zubereitet und zuhause habe ich auch vor der gluten- und milchfreien Zeit schon das meiste frisch gekocht und gebacken, also wenig verpackt gekauft.

Natürlich haben meine Kinder gern Brezel und Brötchen vom Bäcker gegessen. Der Abschied vom Bäcker war hart, das gebe ich offen zu. Auch für mich: Brezel für unterwegs waren praktisch. Süßes wie Schokobons oder auch Gummibärchen (die sie noch essen können) gab es sowieso nur ab und zu.
Wenn Kinder auf Marken und Verpackungen fixiert sind, wird die Umstellung wahrscheinlich schwieriger, aber nicht unmöglich. Mit der Zeit gewinnt man nicht nur Routine in der Zubereitung glutenfreier Snacks, sondern auch in deren Präsentation: Das Auge isst mit!
Kreativität spielt dabei eine große Rolle. Mir macht es Spaß, meine kulinarischen Kreationen schön zu präsentieren und eventuell ansprechend und zugleich praktisch zu verpacken. Wichtig ist es, dass Kinder, die in ihren Essgewohnheiten eingeschränkt werden, den Spaß am Essen nicht verlieren.
In der nächsten Zeit möchte ich zugleich noch mehr auf den Aspekt „gesund“ eingehen. Der Verzicht auf Gluten, Kuhmilch und neuerdings auch Soja, Erd- und Haselnüsse bedeutet ja nur, dass wir weglassen, was für Marie unverträglich ist oder allergische Reaktionen bei ihr auslöst, was aber nicht bedeutet, dass alle Lebensmittel, die sie essen darf, gesund sind. Gesunde Kinderernährung bedeutet für mich auch:

keinen raffinierten Zucker zu verwenden und wenn gesüßt werden soll, auf alternative Süßungsmittel wie z.B. Agavendicksaft umzusteigen,

wann immer möglich, gesunde pflanzliche Öle zum Kochen zu verwenden,

möglichst komplexe Kohlenhydrate aus glutenfreiem Vollkorngetreide in den Menüplan einzubauen,

viel gesundes Protein sowohl pflanzlicher wie auch tierischer Herkunft in jeder Mahlzeit unterzubringen (Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Bohnen und Samen)

keine Produkte mit künstlichen Farbstoffen, Konservierungsstoffen oder Geschmacksverstärkern zu kaufen,

und dabei ökologisch zu denken und sowohl biologischen Lebensmitteln als auch regionalen den Vorzug zu geben.


Viele Ansprüche, aber möglich. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, mit einem Menüplan für etwa einen Monat zu starten, den man dann je nach eigenen Bedürfnissen und Vorlieben, Unverträglichkeiten und saisonalem wie regionalem Angebot für sich modifizieren kann.