lecker ∙ glutenfrei ∙ kuhmilchfrei ∙ gesund ∙ saisonal

Rezepte, Fotos und Gedanken aus meiner Küche.









Samstag, 24. Januar 2009

Göttliche Schokokekse

















…glutenfrei, kuhmilchfrei, sojafrei, nussfrei, ohne raffinierten Zucker und sogar ein bisschen gesund. Aber vor allem: sooo lecker!

Das Rezept ergibt 32 mittelgroße Kekse, oder neudeutsch Cookies.

Göttliche Schokokekse

75g gluten- und milchfreie Margarine (ich nehme Deli-Reform)
80g Rohrohrzucker, fein
80g Muscovadozucker (ersatzweise Vollrohrzucker)
1 Ei (Größe L), verquirlt
190g meiner proteinreichen Mehlmischung* (oder 150g Vollkorn-Reismehl und 40g Kartoffelstärke)
½ TL Natron
1 EL Kakaopulver
75g gute glutenfreie Bitterschokolade (Kakaoanteil mind. 70%), gehackt

Die weiche Margarine mit dem Zucker und dem Ei in der Küchenmaschine oder mit einem Handrührgerät cremig schlagen.
Die Mehlmischung mit dem Natron und dem Kakaopulver in einer Schüssel vermischen und unterrühren. Zuletzt die gehackte Schokolade zum Teig geben.

Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

Den Teig auf einer mit Reismehl leicht bestäubten Arbeitsfläche zu einer Rolle formen. Die Rolle in 32 möglichst gleichmäßige Stücke schneiden. Ich teile die Teigrolle dafür mit einem Messer erst in 2, dann in 4, dann in 8 usw. Teile und forme dann die Stückchen in den Händen zu kleinen Kugeln.
Die Teigkugeln auf 2-3 mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen und mit einer Gabel etwas flacher drücken. Darauf achten, dass die Teigkugeln ausreichend Abstand voneinander haben, denn sie gehen sehr in die Breite beim Backen.

Nach 8 Minuten prüfen, ob die Kekse fertig gebacken sind. In meinem Ofen brauchen sie etwa 10 Minuten. Sie sollten in warmem Zustand innen noch weich sein. Also probieren und rechtzeitig aus dem Ofen nehmen.

Kekse erst auf dem Blech etwas abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Gitter setzen. Sofort essen oder vollständig abgekühlt in einer Blechdose aufbewahren.
Liebevoll verpackt sind diese göttlichen Schokoladenkekse ein schönes Mitbringsel – nicht nur für Menschen mit Gluten- und/oder Laktoseunverträglichkeit, Zöliakie oder Allergien.


* Meine proteinreiche Mehlmischung

Natürlich werden fertige Mehlmischungen für fast jeden Zweck in Reformhäusern, Bioläden, Supermärkten und im Internet angeboten - es gibt inzwischen eine riesige Auswahl und auch wirklich gute, doch ich kaufe lieber einzelne glutenfreie Mehl- und Stärkesorten und mische selbst. Das hat nicht nur den Vorteil, etwas billiger zu sein, sondern ich habe außerdem die Möglichkeit, je nach Anwendung etwas mehr Vollkornmehl zu verwenden, oder wie in dem Rezept für meine „fast gesunden“ Schokokekse, mehr Proteine unterzubringen.

Meine proteinreiche Mehlmischung lässt sich auf Vorrat mischen und eignet sich gut für alle dunklen Schokokekse und -kuchen oder zum Beispiel für herzhafte Pfannkuchen oder Brote mit Gewürzen.
Eigentlich für alle Teige, denen noch weitere starke Aromen zugefügt werden sollen.
In dem Schokokeks-Rezept geht die dunkle Schokolade mit dem etwas eigenwilligen Geschmack vom Quinoamehl eine wunderbare Verbindung ein. Wer kein Quinoamehl auftreiben kann oder wem der Eigengeschmack dieses Wunderkorns noch zu ungewohnt ist, der kann in meiner Mehlmischung das Quinoamehl durch gemahlene Mandeln ersetzen.

Ich liebe Quinoa. Besonders als ganzes Korn gekocht wie Reis. Köstlich. Leckere herzhafte und außergewöhnliche Rezepte dazu folgen, versprochen.

Nun das Rezept für die proteinreiche Mehlmischung:

175g Vollkorn-Reismehl
150g Buchweizenmehl
100g Kartoffelstärke
75g Hirsemehl
50g Quinoamehl (oder gemahlene Mandeln)
1 TL Guarkernmehl

Alles gut vermischen und in einem luftdichten Plastikbehälter kühl aufbewahren.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Linsensuppe mit Würstchen




Fast wie bei meiner Oma früher…

Tipp für Vegetarier: Die Suppe schmeckt auch sehr gut mit Gemüsebrühe und ohne Dörrfleisch und Würstchen.


3 Karotten
1 großes Stück Sellerie
1-2 Stangen Lauch (nur das Weiße)
2-3 Kartoffeln
300 g braune Tellerlinsen
etwa 1,75 L Fleischbrühe
1 Lorbeerblatt
1 Tymianzweig
75g Dörrfleisch (geräucherter, durchwachsener Speck)
1 Zwiebel
1 TL Ghee (reines ayurvedisches Butterschmalz
)
1 EL Balsamico-Essig
frische Petersilie
1 TL Senf
frisch gemahlener Pfeffer
Salz

8 Bio-Wiener
(Achtung, auf Inhaltsstoffe achten! Die meisten Bio-Brühwürstchen aus dem Glas enthalten weder Gluten noch Milchbestandteile. Bei frischen Wiener Würstchen vom Metzger immer nachfragen!)



Zubereitung von Linsensuppe mit Würstchen

Das Suppengemüse putzen, waschen und in sehr kleine Würfel schneiden. Die Kartoffeln schälen, waschen und in 1 cm große Würfel schneiden. Die Linsen in einem Sieb kalt abbrausen. Die Fleischbrühe (am besten selbstgekocht, es geht aber auch mit guter Bio-Instant-Fleischbrühe aus dem Glas) in einem Topf erhitzen. Die Brühe sollte nicht stark gesalzen sein, denn dann werden die Linsen nicht gar. Die Linsen und das Kräutersträußchen aus Lorbeer und Thymian in die Brühe geben und aufkochen lassen.
Nach 10 Minuten das Suppengemüse und die Kartoffeln zugeben und alles zusammen weitere 20-30 Minuten auf niedriger Stufe kochen lassen. Das Lorbeerblatt und den Thymian anschließend entfernen.
In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Speck ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Ghee in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Speckwürfel langsam bei schwacher Hitze darin anbraten. Die Speckmischung und die Würstchen nach der Gesamt-Kochzeit zur Suppe geben und zugedeckt erhitzen, aber nicht mehr kochen lassen. Die Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Die Hälfte fein hacken, den Rest beiseitelegen. Den Essig, den Senf und die gehackte Petersilie unter die Suppe rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Linsensuppe mit den Würstchen in tiefen Tellern anrichten und mit der restlichen Petersilie garniert servieren.

Wer mag, stellt noch eine Flasche mit gutem Essig auf den Tisch. Ich bevorzuge für die Linsensuppe Balsamico-Essig, meinem Mann ist der zu süß, er nimmt lieber Rotweinessig.

Meine Oma hat uns früher statt Würstchen gern Brathering auf einem extra Teller zur Suppe serviert. Ungewöhnlich, aber durch die Säure des gebratenen und eingelegten Fischs sehr lecker und passend. Glutenfreie Bratheringe habe ich aber noch nicht zubereitet. Wäre mal eine Idee.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Bananenmuffins mit Schokotropfen



























Meine Tochter Marie ist zu einem Kindergeburtstag eingeladen. Schön.
Zu Beginn ihrer (und unserer) Ernährungsumstellung waren Einladungen für mich der Horror. Auf Kindergeburtstagen steht überall etwas Essbares herum, und außer Gummibärchen nichts, was Marie essen darf. Ich bleibe noch heute am liebsten die ganze Feier bei ihr, um aufzupassen, dass sie nichts Falsches isst.
Manchmal erfinde ich sogar irgendeine Ausrede, um abzusagen.

Natürlich war und ist es keine Lösung, Marie von allem fernzuhalten. Ich muss einfach die Geduld und manchmal auch den Mut aufbringen, ihr immer wieder zu erklären, dass sie nicht wie andere Kinder wahllos Smarties, Schoko-Dinkelkuchen und Salzstangen essen darf, sondern nur das, was ich ihr mitgebe.

Neulich hat mich meine Freundin Cosima nach einem Rezept für gluten- und milchfreie Muffins gefragt, weil sie findet, dass ich nicht immer backen muss, wenn wir eingeladen sind. Ich habe mich wirklich gefreut und gebe Dir, liebe Cosi, auf diesem Weg gern ein Rezept. Ich werde wahrscheinlich trotzdem etwas Selbstgebackenes zu Eurer Feier mitbringen, denn seit ich diesen Blog schreibe, will ich natürlich möglichst viel kochen, backen und fotografieren.
Seit Jahren koche ich mindestens ein Mal täglich und backe auch oft, doch leider habe ich nie Fotos von meinen Kreationen gemacht. Das wird sich jetzt ändern.




Bananenmuffins mit Schokotropfen

240g glutenfreie Mehlmischung*
½ TL Guarkernmehl (oder ein anderes Bindemittel, falls nicht in der Mehlmischung enthalten)
120g Rohrohrzucker
1 gestrichener EL Weinstein-Backpulver
¼ TL gemahlener Zimt
1 Prise Salz

2 reife Bananen

150ml Soja- oder Reismilch
1 Tl Zitronensaft
80ml neutrales Pflanzenöl
1 Ei (Größe L)

50g gluten- und milchfreie Schokotropfen (gibt´s im Bioladen) oder geriebene Bitterschokolade

Den Backofen auf 160° C Umluft (sonst 180°C) vorheizen.
Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen.
In einer anderen Schüssel die Reismilch mit Zitronensaft, dem Ei und dem Öl verquirlen. Die Bananen auf einem Teller mit einer Gabel zerdrücken.

Die flüssigen Zutaten sowie die zerdrückten Bananen und die Schokotröpfchen in die Schüssel mit der Mehlmischung (trockene Zutaten) geben und alles mit einem Holzlöffel nur kurz verrühren.

Teig sofort mit Hilfe von 2 Löffeln in die vorbereiteten Muffinförmchen geben. Die Förmchen sollten zu etwa zwei Dritteln gefüllt sein.

Die Muffins im vorgeheizten Ofen etwa 25 Minuten backen. Nach 20 Minuten prüfen.


* glutenfreie Mehlmischungen gibt es im Reformhaus, in gut sortierten Supermärkten oder im Bioladen zu kaufen. Nimmt man eine fertige Mehlmischung, ist meist das Bindemittel wie etwa Guarkernmehl, Xanthan oder Johannisbrotkernmehl bereits enthalten.

Für dieses Rezept eignet sich gut Vollkorn-Reismehl, auch braunes Reismehl genannt, entweder allein oder in einer Mischung mit etwas Kartoffel und/oder Maisstärke. Die Muffins bekommen mit Vollkornmehl allerdings eine etwas „griesigere“ Konsistenz. Mich stört dies nicht.

Die „geheimen“ Rezepturen meiner eigenen Mehlmischungen werde ich in Kürze an dieser Stelle verraten.

Freitag, 9. Januar 2009

Glutenfreies Brot – der Start




Aller Anfang ist schwer, nicht nur das Verfassen der ersten Zeilen meines Blogs.
Als ich vor etwa 2 Jahren begann über gluten- und caseinfreie Ernährung zu lesen, konnte ich mir noch nicht vorstellen, eines Tages auf mein geliebtes Frühstücksbrötchen mit Butter und Marmelade und den Milchkaffee zu verzichten.
Heute, anderthalb Jahre nach der strikten Umstellung auf die gluten- und kuhmilcheiweißfreie Ernährung vermisse ich den Gang zum Bäcker um die Ecke nur noch selten, und wenn, dann nur weil ich generell gern in kleinen Geschäften mit persönlichen Kontakten einkaufe. Und natürlich ist es auch bequem, den Kindern schnell mal eine frische Brezel vom Bäcker in die Hand zu drücken. Und die Schokocroissants waren auch göttlich...

Wir, mein Mann und ich, haben uns im Sommer 2007 entschlossen, den Speiseplan unserer ganzen Familie umzustellen, als wir erfahren haben, dass wir damit unserer Tochter vielleicht helfen könnten. Und wir haben es nie bereut. Es hat geholfen.
Für Marie anders zu kochen als für uns kam nie in Frage, denn die Umstellung auf gfcf-freie Ernährung ist einem fünfjährigen Kind nicht leicht zu erklären. Marie sollte sich zumindest zuhause sicher fühlen.

Aller Anfang ist schwer, vielleicht geht es Dir, liebe Leserin, lieber Leser in diesem Augenblick so wie mir damals. Vielleicht hast Du „glutenfrei“ gegoogelt und bist hier gelandet. Genau richtig!
Der Duft von frisch gebackenem Brot – unwiderstehlich, oder? Ich habe für mein Leben gern Kakao getrunken, natürlich mit Milch. Und Kuchen gegessen – täglich. Käsekuchen, Biskuitrolle mit viel Sahne, Marmorkuchen. Oder Pizza oder Penne Arrabiata zum Tatort am Sonntagabend.
Marie hat von Kakao, Nudeln und Brötchen mit Wurst gelebt.

Natürlich müssen wir als Familie auf manche Genüsse komplett verzichten, aber für viele Speisen und Getränke gibt es wunderbare gluten- und kuhmilchfreie Alternativen. Und im Laufe der Zeit habe ich kulinarische Entdeckungen gemacht, die eine wirkliche Bereicherung bedeuten und die ich ohne die Ernährungsumstellung so nicht oder erst viel später für mich und meine Familie entdeckt hätte.

Ich habe in den letzten zwei Jahren viel Zeit und Mühe in die Entwicklung neuer, gesunder und vor allem leckerer gluten- und kuhmilcheiweißfreier Rezepte gesteckt, um meine Familie und meine Tochter im Besonderen nichts vermissen zu lassen. Meine Erfahrungen mit der Ernährungsumstellung und vor allem meine Rezepte möchte ich gerne in diesem Blog weitergeben und zu Kommentaren, Anregungen und Kritik auffordern.

Und wenn Du wirklich gerade eine bröselige, trockene und nach nichts schmeckende Scheibe glutenfreies Brot aus einer Plastikverpackung ziehst, dann empfehle ich als erstes Rezept mein Buchweizenbrot.

Ein köstlich duftendes, glutenfreies, kuhmilchfreies, soja- und nussfreies Brot für jeden Tag.
Alle Zutaten sind im Bioladen, Reformhaus oder über glutenfreie Lebensmittel-Shops im Internet erhältlich.

Buchweizenbrot

Hinweis: alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben!

200g Vollkorn-Reismehl
100g Buchweizenmehl
50g Buchweizenflocken
50g Tapiokastärke (gibt’s im Asialaden, Kartoffelstärke als Ersatz verwenden)
2 EL Kichererbsenmehl
2 TL Guarkernmehl
1 Päckchen Trockenhefe
1 EL Rohrohrzucker
1 ½ Tl feines Meersalz
evtl. ½ TL Brotgewürz (Kümmel, Fenchel und Koriander gemahlen, gibt´s als fertige Mischung)

300ml handwarmes Wasser
1 TL Apfelessig oder Zitronensaft
1 Ei (Größe L), leicht verschlagen
1 EL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)

2 EL Buchweizenflocken, zum Bestreuen



Den Backofen auf 230°C vorheizen und ein hitzebeständiges Gefäß mit Wasser in den Ofen Stellen. Das verhindert das Austrocknen des Teiges und bewirkt eine schönere Brotkruste.

Eine Kastenform gut einfetten oder besser noch mit Backpapier auslegen.

Alle Zutaten (außer den Buchweizenflocken zum Bestreuen) in einer Rührschüssel mit dem Handrührgerät gut verrühren.

Der Teig ist nicht gut per Hand zu kneten und geht auch nicht so stark auf wie ein Hefeteig mit Gluten.

Teig in die Form füllen, mit einem Tuch abdecken und in der Form etwa 75 bis 90 Minuten an einem warmen und zugfreien Ort gehen lassen.

Das Brot vor dem Backen auf der Oberfläche mehrmals leicht einschneiden, dann mit Buchweizenflocken bestreuen und Flocken leicht andrücken.

Die Form in den vorgeheizten Ofen schieben und die Temperatur auf 200°C herunterschalten. Das Brot 40 bis 50 Minuten backen und nach dem Backen aus der Form nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Alternativ den Teig mit einer Brotmaschine auf Programm „Teig“ (ohne Backen) zubereiten. Dann entfällt natürlich die Zeit zum Gehen – das erledigt die Maschine.
Dann umfüllen in Kastenform und sofort in den vorgeheizten Ofen schieben.